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Informationen zum Stand der Corona-Epidemie in Niger

31.03.2020 - Artikel

Liebe Landsleute,

wir haben nun die ersten Tage der vom nigrischen Ministerrat am 27. März beschlossenen partiellen Ausgangssperre für Niamey hinter uns, die täglich ab 19:00 und bis 06:00 Uhr des Folgetags und vorerst bis zum 10. April gilt. Die gleichzeitig beschlossene „sanitäre Isolation“ von Niamey bis 11. März bedeutet, dass wir die Hauptstadt bis dahin nicht verlassen können. Die Verlängerung beider Maßnahmen ist nicht unwahrscheinlich. Die Schließung nigrischer Flughäfen für den internationalen Passagierverkehr wurde schon ein erstes Mal bis 17. April verlängert. Und der landesweit verhängte Ausnahmezustand gibt der staatlichen Verwaltung und den Sicherheitskräften besondere Befugnisse.

Viele werden sich fragen, wie es nun weitergeht zumal ihre Fähigkeiten von Entsendeorganisationen, Arbeitgebern oder Kunden oft nur noch in begrenztem Maße gefordert werden. Auch die Botschaft kann Ihnen diese Frage nicht beantworten. Sicher ist jedoch, dass diese für uns alle ungewohnte Zeit der Unsicherheit und des Abwartens nicht schnell vorübergehen wird. Wie anderswo in der Welt wird auch die Regierung von Niger erst einmal abwarten, wie die ergriffenen Maßnahmen wirken, dann nachsteuern und wieder die Wirkung abwarten.

Die heute von der Regierung veröffentlichen Zahlen von 24 an COVID-19 Erkrankten und 3 Verstorbenen machen deutlich, dass die Krankheit in Niger gerade erst Fahrt aufnimmt. Die verschwindend geringe Zahl an Intensivbetten und Beatmungsgeräten im Land lassen wenig Hoffnung, dass ein schwer Erkrankter in jedem Fall die notwendige ärztliche Versorgung erhält. Die medizinischen Kapazitäten der Bundeswehr in Niamey sind ausschließlich Angehörigen der Bundeswehr im MINUSMA Einsatz vorbehalten.

Umso wichtiger ist es, dass Menschen aus der Risikogruppe der über 60-jährigen und mit Vor- oder Grunderkrankungen wie Krebs, Diabetes mellitus, und Erkrankungen des Herzkreislaufsystems (z.B. Bluthochdruck), des Atmungssystems, der Leber und der Niere gründlich abwägen, ob sie nicht die nächste sich bietende Möglichkeit einer Rückkehr nach Deutschland ergreifen wollen.

Französisches Außenministerium und Air France sind weiterhin in Kontakt wegen eines möglichen kommerziellen Sonderfluges von Niamey nach Paris. Die Botschaft hat die Daten all derjenigen an Air France weitergegeben, die verbindlich ihr Interesse an einem solchen Flug geäußert haben. Wer sich jetzt noch auf die Warteliste für einen sochen Flug setzen lassen möchte, der sende bitte Vornamen, Namen, Geburtsdatum, Passnummer, Handynummer und E-Mail-Adresse an Herrn Raimund Fuchs unter Mil-201@niam.diplo.de .

Auch wenn es derzeit eher so aussieht, dass es einen solchen Flug geben wird, kann es niemand mit Gewissheit sagen, auch nicht, ob es ausreichend Plätze für alle Meldungen geben wird. Die Botschaft wird Sie auf jeden Fall unterrichtet halten.

Bundesregierung und Auswärtiges Amt sind fest entschlossen, die deutschen Auslandsvertretungen weltweit arbeitsfähig zu halten, damit diese u.a. auch deutsche Staatsangehörige im Rahmen des Möglichen unterstützen. So suchen Botschaft Niamey und Auswärtiges Amt derzeit nach Wegen, denjenigen Botschaftsangehörigen, die während eines Deutschlandaufenthalts von der Schließung des Flughafens Niamey überrascht wurden, die Rückkehr nach Niamey möglich zu machen.

Zu guter Letzt: Wer jetzt mehr Zeit zum Lesen und Zugang zu E-Books hat, kann entdecken, dass die großen Menschheitsseuchen und die damit verbundenen Fragen auch zu großartiger Literatur geführt haben. Als Beispiele – auch dafür, dass der Mensch diesen Seuchen viel entgegenzusetzen hat - seien genannt das Dekameron von Giovanni Boccacio oder Die Pest von Albert Camus oder auch der New York Times Bestseller The Great Influenza über die Spanische Grippe 1918-1920 von John M. Barry.

Mit besten Grüßen

Ihre

Deutsche Botschaft

Niamey

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