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Deutschland und Niger: bilaterale Beziehungen

21.03.2019 - Artikel

Die traditionell guten Beziehungen zu Deutschland waren lange auf die Entwicklungszusammenarbeit konzentriert und haben sich im Zuge der europäischen Migrations- und Flüchtlingskrise sowie im Kontext der fragilen regionalen Sicherheitslage diversifiziert und seit Anfang 2016 dynamisch entwickelt. Sichtbarstes Zeichen dieser neuen Qualität ist die dichte Abfolge hochrangiger deutscher Besuche in Niamey: Im Mai 2016 waren der damalige Bundesaußenminister Steinmeier (gemeinsam mit seinem französischen Amtskollegen Ayrault), im August 2016 der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Müller und im Oktober 2016 Bundeskanzlerin Merkel in Niamey. Bundesverteidigungsministerin von der Leyen war im Dezember 2016, im Juli 2017 sowie erneut im November 2018 in Niger zu Gast. Im Gegenzug besuchte der nigrische Staatspräsident Issoufou 2016, 2017 und 2018 Berlin.

Deutschland war bald nach der Unabhängigkeit Nigers im Jahre 1960 mit einer Botschaft in Niamey vertreten und genießt als Entwicklungspartner der ersten Stunde hohes Ansehen.

Seit 1962 betrug die deutsch-nigrische bilaterale technische und finanzielle Zusammenarbeit über 770 Millionen Euro. Neben den staatlichen Aktivitäten wird durch die Bundesregierung auch die entwicklungspolitische Arbeit deutscher Nichtregierungsorganisationen im Niger finanziell unterstützt.

In Zusammenhang mit den Besuchen von Bundeminister Müller und Bundeskanzlerin Merkel 2016 ist das Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit maßgeblich erhöht worden. Bei den Regierungsverhandlungen 2017 wurden in der Folge die Zusagen für Niger für die Jahre 2018-2020 mit insgesamt 115,5  Millionen Euro gegenüber dem vorhergehenden Zeitraum 2014-17 fast verdoppelt. Beim „Runden Gebertisch“ in Paris im Dez. 2017 wurden weitere 50 Mio. Euro zugesagt. Die Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit liegen weiterhin in den Bereichen „Dezentralisierung und gute Regierungsführung“ sowie „Produktive Landwirtschaft und Ernährungssicherung“. Außerdem gibt es Projekte in den Bereichen Gesundheit, Grundbildung sowie der  Förderung von alternativen Erwerbsmöglichkeiten, um die Menschen in der Region Agadez unabhängiger vom Geschäft mit der Migration zu machen. Die deutschen Programme konzentrieren sich überwiegend auf die Regionen Tillaberi, Tahoua und Agadez.

Das Auswärtige Amt fördert darüber hinaus Projekte zur Stabilisierung und zu friedenserhaltenden Maßnahmen, wie z.B. ein Grenzsicherungsprojekt, ein Polizeiausbildungsprojekt, ein mehrjähriges, regional übergreifendes Programm der IOM zur Betreuung, Rückführung und Reintegration von Migranten sowie zur Sensibilisierung, um die ihnen durch die Schlepperkriminalität drohenden Gefahren hervorzuheben. Dieses IOM-Programm ist aus dem Europäischen Fonds zur Entwicklung von Afrika ko-finanziert.

Im Rahmen der humanitären Hilfe stellt Deutschland regelmäßig Mittel zur Bekämpfung der wiederkehrenden Nahrungsmittelkrisen zur Verfügung. Im Zusammenhang mit der akuten humanitären Notlage in der Tschadsee-Region sowie in der Grenzregion zu Mali wurden die von Deutschland finanzierten Hilfsmaßnahmen für Niger ab Ende Oktober 2016 massiv erhöht. Neben deutschen Nichtregierungsorganisationen mit Projekten der humanitären Hilfe sind auch die politischen Stiftungen in Niger mit Projekten zur Stärkung demokratischer Funktionen aktiv, insbesondere Hanns-Seidel-Stiftung und Konrad-Adenauer-Stiftung.

Der nigrische Sicherheitssektor wird im Bereich Logistik und Pionierwesen aus der so genannten Ertüchtigungsinitiative von Auswärtigem Amt und Bundesministerium der Verteidigung unterstützt. Ein neues Element in den bilateralen Beziehungen ist die Präsenz deutscher Soldaten in Niger. Für Versorgung und medizinische Evakuierungsflüge für das deutsche MINUSMA-Kontingent in Gao/Nordmali wurde im Frühjahr 2016 ein Lufttransportstützpunktes am Flughafen von Niamey mit der Regierung von Niger vertraglich vereinbart und eingerichtet.

Die wichtigsten bilateralen Verträge zwischen Deutschland und Niger geschlossenen sind:

  • Vertrag über die Förderung von Kapitalanlagen vom 29.10.1964
  • Abkommen über Technische Zusammenarbeit vom 18.6.1977

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

Niger ist ein Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

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